Zur Einsamkeit (selbst) verurteilt

Ich lese täglich über das angeblich freie Leben der Homosexuellen. In den phantasiereichen Ausschweifungen, von selbst ernannten Reporter, wird zügelloses Massensex an dunklen Orten betrieben, die das Familienleben von Moralaposteln gefährdet.

Seit einige Jahre interessiere ich mich für diese Diskrepanzen zwischen Phantasie von angeblichen Moralprediger und der Realität der einsamen Männer. Die scheinen alle auf Porno-Filme aus den 70er Jahre entstanden zu sein. Die Zeit der „coloured partnership“, wo jeder mit jedem und Swinger-Partys entstanden sind.

Ich wertete meine Kenntnisse über einige Kontaktplattformen und befasste mich, mit Beratungsstellen für Männern in einige große Städte in Deutschland. Mir wurde Eins klar, wo die Vorurteile herkommen und wie diese zur Einsamkeit beitragen.

Es gibt ein Schönheitsideal für jede Gruppe. Wer dieses nicht entspricht, kann dies in verschiedene Formen umgehen. Sie nennen sich dann Bären, Daddys oder Bi. Doch damit sind dann Verhaltens Idealen verbunden, die nicht jeden entsprechen kann. Ich möchte nicht in Details ausschweifen, da ich dies für unnötig halte. Doch sollte gesagt werden, dass nicht jeder Homosexuellen gerne seinen intimsten Wünsche in eine Öffentlichkeit gerne auslebt. Dieses Klassifikationssystem hat der schwulen Gesellschaft in ein Schubladensystem verwandelt und wer in keiner der Schubladen passen will, hat kein Platz. Hier ist dann ein der Fokus der Einsamkeit.

Egal in welche Sparte in der homosexuellen Welt man fällt sind Beziehungen in die angebotene Beratungsstellen oder Sozialkreisen, kein besonderes Thema. Präventionen, Ratschläge über Kondom (überhaupt, wenn man noch eine Anleitung dafür benötigt), mehrfache Gesundheit und AIDS Informationen, aber nichts über Familie, Beziehungen oder gar Eheberatung. Die Beratung schränkt sich nach den Bedarf der Berater, aber nach mein Empfinden, ist diese weder der Homo-Ehe Verwirklichung oder der Umsetzung das Adoptionsrecht entsprechend.

In München bewarb ich mich sogar ehrenamtlich bei den SUB (Schwulen und Lesbenzentrum München) vergebens. Bisher insgesamt acht (und letztes) Mal. Dort haben sich (wie auch in andere Städte) einige einsame Herzen zur Aufgabe gemacht anderen zu beraten (nach deren Weltanschauung, gewiss). Hinweise, dass deren Programm nur eine Seite der Gesellschaft dient, prallen auf Design-Gelächter und überhebliches nasalen „wozu denn?“. Wie auch immer, das Problem der Männer wird wie in viele heterosexuellen Klischees, auf Sex reduziert.

Doch auch Männer haben Gefühle!

Die Einsamkeit von Homosexuellen ist ein klassisches Thema. Einerseits, weil diese sich von deren Natur (unbegründet) schämen und auf der anderen Seite lockt der Zugriff auf angeblichen leichten Sex. Leichten Sex ist weder erfüllend, noch schont die Psyche, dies wurden mir, anderen Psychotherapeuten, zustimmen. Mit der Akzeptanz der Homo-Ehe sollte unter anderem auch das Selbstbewusstsein der neuen Generation verstärkt werden. Oder mindestens dies hoffe ich. Da die besten Beziehungen erreicht man am besten in jüngeren Jahren.
Einige Kontaktanzeigen, in populäre Blättern, von Senioren mit fortgeschrittenen Alter, sind für mich ein Beweis, dass man zu spät sich besinnt, dass das Leben zu zwei, ist zwar keine Pflicht, aber die beste Variante gegen die natürliche Gesellschaft Ablehnung. Über die körperlichen Reize hinaus, sind auch die Anpassungsfähigkeiten und auch die Lebensgestaltung Faktoren, die eine Beziehung festigen. Da zwei kämpfen gemeinsam um einem Ziel. Nach vierzig ist der Mann normalerweise weniger flexibler und so suchen sie jüngere Partner.

Egal wie anlockend es klingen mag, Sex ist nicht die Lösung für das Leben von Männer oder Frauen.

Wenn in solche Beratungsstellen auch eine Aufklärung zwischen die Generationen erfolgen wurde, könnte man eventuell die nächste Generation etwas helfen, zu weniger Einsamkeit.

Auch ohne Beratungsstellen sollten sich homosexuelle Männer (auch ohne Libido Interessen) sich für ein besseres Leben der nächsten Generation interessieren.

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