Wird Home-Office zur Lösung der Arbeitsmarkt Abwanderung?

Als ich im Jahr 1994 von der PC Expo in New York berichtete, fragte man mich, warum ich Home-Office befürworte. Zwanzig Jahren danach kann ich nur bestätigen, dass dieses Konzept noch mehr Zukunft haben wird.

Ob Kontrollwahn oder dem Bedarf an Sozialbestätigung, einige Personen dazu den Boss Sessel anzustreben führten, ist unklar. Vorstand, Vorsitzender oder Leiter sind einige der Lockmittel, die als Motivation der Karriere in Großraumbüros angewendet werden. Doch wer arbeiten will und leisten muss, ist meistens von diesen Titeln weniger angetan.

In meine Karriere war ich in den meisten Projekten, aufgrund meiner technischen Kenntnisse, in Datenbanken und ETL, tätig. Doch, das politische Parkett wurde meisten anderen vorbehalten. Dort hausten diese, die kaum technische Begabungen vorweisen könnten oder durch politische Gefälligkeiten von einer Projektleitung ins nächste hüpften und meistens nur Besprechungen belegten. Nun wurde ich zum technischen Leiter oder Senior Architekt bezeichnet, um das Gefühl der Aufstieg zu geben. Doch meine Arbeit blieb derselbe.

Ein der wichtigsten Argumente für Home-Office ist, dass Unternehmen von gesparten Raumkosten, Material, Strom und einiges mehr profitieren können.

Im Home-Office leben ist das gleiche. Ich werde nach Leistung bezahlt. Die Projekte, wo ich tätig bin, sind in USA, Mexiko, Frankreich oder auch Deutschland. Ich kenne meine Kunden seit fünf Jahren nur über Telekonferenzen. Ich setze nicht mehr, in ein Flugzeug oder Zug, um Kunden zu besuchen.

Die gesparten Reisezeiten inklusive Verwaltungsaufwand entsprachen mehr als zwanzig Prozent von meiner Arbeitszeit. Nicht selten sogar vierzig Prozent, wenn plötzlich Termine verschoben wurden, oder die Wartezeiten in Bahnhöfe mich sogar zu vier Stunden Geduldsprobe führten. Diese Reisezeit und Reisekosten werden bestimmt seit mehr als zehn Jahren nicht mehr in der Beratungsbranche abgerechnet. Man entschuldigt mit einer Pauschale für die Arbeitsstunde, was eine ungleiche Behandlung zwischen die vor Ort wohnenden Berater und diese die zum Teil sogar ins Ausland wohnen.

Reisen können Ihre Karriere auch früher beenden

Am Ende vom Jahr 2008, leidet ich unter extreme Erschöpfung, weil ich musste, vier bis sechsmal die Woche fliegen und reisen. Kofferpacken, auspacken, zwei Stunden im Voraus aufstehen und die Wäsche im Hotel bügeln waren nur einige der Zusatzleistungen, die jeder voraussetzt, doch keiner dafür Geld je ausgeben wird.

Home-Office steigert auch die Leistungsqualität

Während in Büros immer wieder für Anbaggerungsversuche genutzt werden, geht sehr viel Arbeitszeit verloren. Viele werden schützend behaupten, niemals anzüglichen Bemerkungen gemacht oder erhalten zu haben, doch die Realität ist, Menschen, die nur in Hotels leben, kommen ständig auf Gedanken. Sogar wenn keine Liebe oder Freundschaften entstehen, erlebt man dann das Gegenteil. Doch Menschen müssen sozialisieren und dies tun sie gut oder schlecht, aber das werden sie immer tun.

Wer zu Hause arbeitet und diszipliniert ist, weist die Abschaltetaste um Arbeitsende zu drücken und sich dann das Leben zu widmen. Für viele Unternehmen ist, die positive Entwicklung für Gruppen wie Vertrieb, Marketing, IT-Entwicklung und sogar Management festgestellt worden. Interessierten Unternehmen, wie CITRIX, publizierten vor circa drei Jahren einige Berichte darüber. Mittlerweile 15% der Mitarbeiter in amerikanische Unternehmen arbeitet in Home-Office.

Durch die eigene Organisation und das Bestreben nach Vertrauen und Bestätigung der Arbeitsqualität sinken stark die Ausfallquoten durch Krankheit und zum Beispiel Familienangelegenheiten. Frauen und Männer die Kinder haben wollen, können auch viel motivierter arbeiten, da diese flexibler die Probleme lösen können, ohne das Unternehmen zu belasten. Ich las auch im New Yorker letztes Jahr, dass einige Großraumbüros bereits neue Konzepte führen, weil diese befürchten, dass viele Firmen die enormen Raumkosten durch virtuelles Team demnächst ersparen könnten.

Sind Sie in Indien, Indianapolis oder Mannheim?

Die Unternehmen wollen ein konkurrenzfähiger Preis, aber zur guten Leistung. Hier müssen alte Strukturen gesprengt werden und die Vorteile der modernen Flexibilität genutzt werden.

Einige Kunden behaupten, „aber wenn Sie hier sind, können wir uns schneller abstimmen“. Unsinn behaupte ich. Wurde ich beim Kunden sitzen, wurde der kontaktsuchenden Kunde mich stets von der Arbeit abhalten.
Die Ferne hilft uns zu organisierte Telekonferenzen und klare Protokollierung durch Aufzeichnungen, was auch eine Protokollierung unnötig macht.
Man kann ohne Unterbrechungen arbeiten und dann alte Sitzungen durchforsten, Lesezeichen setzen und mit der geleisteten Arbeit abgleichen.

Manche Arbeiten, die ich früher in Großraumbüros in 20 Arbeitstagen geleistet habe, kann ich derzeit sogar in vier Tage erledigen.

Gerade die Entwicklung von ETL Prozesse, oder Skripten für Datenbanken werden fehlerfrei fertig wie im Zauber.

Ein Wort über Mobbing bitte

Mobbing ist ein der schlimmsten Probleme in der Moderation von Teams die man in den letzten Jahren begegnet. Angst um den Jobverlust, Existenzangst, Kulturprobleme etc. sind einige der Auslöser. Doch bei virtuellen Teams ist der Gefahr geringer, da den menschlichen Kontakt, mit einer professionellen Distanz geschützt bleibt.

Home-Office bedarf eine gute Koordination

Termine und Zielen müssen klarer definiert werden, und da im Home-Office man auch um 5:00 seine Arbeit starten kann, oder lieber um 12:00, sind Kernzeiten für Meetings oder Arbeitsübergaben in ein maximales Zeitfenster von vier Stunden erforderlich.

Vertrauen ist der Basis

Der Koordinator/in für solche Teams muss Vertrauen haben und kein Kontrollfreak sein. Das fällt viele schwer ein. Auf der anderen Seite, können einige Personen sich in Hausarbeiten stürzen und dann die Kontrolle über die eigenen Aufgaben verlieren. In beiden Fällen hilft nur ein Coach, der gute Erfahrung mit virtuellen Teams gemacht hat.

Durch ein gesundes Coaching können Vertrauen und Effizienz auf beide Seiten aufgebaut werden und eine Menge Kosten für beide Seiten gespart werden.

Wie ist Ihre Erfahrung mit Home-Office? Chatten Sie mit mir und sprechen wir darüber.

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