Und wenn man freie Meinung nicht mehr will?

Das Bündnis 90 Die Grünen in Bayern steht immer für freies Denken und Gleichberechtigung. Jedoch was passiert, wenn ihre Vertreter nicht mehr die Gesellschaft verstehen wollen?

Als ich zur Welt kam, war meine Mutter noch nicht verheiratet. Am Anfang der 60er Jahren war dies in Brasilien für eine italienische Familie ein Skandal, aber meine Mutter wollte ein Kind haben.

Sicher, das Argument der Liebe mag einige Herzen erweichen und ein Auge für die Tatsache zudrücken, dass ohne Geld und gute Voraussetzungen eine gute Erziehung ein kaum erfüllbarer Traum ist.

Als ich in der Facebook Seite von Herrn Markus Büchler (siehe Ausschnitt unten) über die Studie von Bertelsmann las, zum Thema „Alleinerziehende leben fünfmal häufiger in Armut als Paarhaushalte“, kommentierte ich, dass ich dafür bin, dass Frauen mehr Hauswirtschaftsbildung bekommen, bevor sie die Entscheidung, ein Kind zu bekommen, zustimmen. Ich muss zugeben, dass viele sich auf jedes Kind freuen, aber dafür weder Zeit noch Mittel zur Verfügung stellen können. Gerade in Brasilien herrscht immer noch das Denken, dass eine Frau mit einem Kind eine sichere Zukunft hat. Leider ist es nicht so.

Gerade in Brasilien, wo man mittlerweile sogar von Geburtskontrolle spricht, kann man nur mit dem Kopf schütteln, wenn man die Aussagen von Herrn Büchler (Die Grünen) liest:

 

Hier wird meiner Ansicht nach vor allem die Selbstbestimmung der Frau außer Acht gelassen und Frauen werden als Legebatterien ohne eigene Bestimmung abgetan. In vielen Kulturen ist immer noch die Meinung der Frau nicht relevant und sie trägt das Kind ungeachtet ihrer Meinung oder ihres Zustands. Viele Frauen bekommen die Aufgabe, ein Kind zu bekommen und zu erziehen, und sind danach allein mit der Verantwortung verlassen. Durch mehr Bildung würden Frauen auch besser dazu befähigt sein zu bewerten, ob und wie sie für eine stärker gebildete neue Generation beitragen wollen.

Ich sprach auch mit der Projektleiterin von Bertelsmann und sie bestätigte, dass meine Ansicht zwar nicht in den Umfang der Studie passt, aber diese gewiss tangiert und sie hätte meine Meinung nicht gelöscht.

Jedoch fand Herr Büchler, Vorsitzender bei Bündnis 90/DIE GRÜNEN Oberbayern, es besser meine Meinung in Facebook zu verbieten und zu löschen. Hier geht es nicht um seine persönliche Facebook-Seite, sondern um seinen Umgang mit anderen Meinungen, ob in seinem privaten Facebook Account oder in einem verantwortungsvollen Posten in der Politik.

Was unterscheidet sein Verhalten zu meiner Meinungsfreiheit von dem Verhalten von Erdogan zur Presse in der Türkei?

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