Paul rechnet mit den Göttern ab

Bei Radio LORA 92.4 München

Die erste Folge von Pauls Talk bei Radio LORA 92.4 München füllte eine ganze Stunde mit überraschenden Themen und interessanter Unterhaltung für die Zuhörer. Wenn Sie nicht dabei waren, sind hier die Highlights und der Podcast für Sie.

Das Geschäft mit der Intoleranz scheint nicht nur auf der Seite der Gläubigen zu wachsen, sondern auch aufseiten der ermüdeten Gesellschaft der Humanisten und Atheisten, die täglich neue Einschränkungen zugunsten der Religionen erfahren müssen. Ob diese Einschränkungen auf echten Begründungen beruhen oder auf nicht bewiesenen Behauptungen, stand schon mehrfach zur Diskussion.

Wenn dies auch einige Gläubige bestreiten mögen, so haben doch einige der in der Sendung besprochenen Themen die Verharmlosung dieser Entwicklung in unserer Gesellschaft widerlegt.

Am Anfang der Sendung berichtete ich über meine Kindheit in Brasilien und wie die damaligen katholischen Gebräuche meine Mutter zwangen, mich bei einer afro-brasilianischen Familie abzugeben. Nach neun Jahren bei dieser, wie ich betonen möchte, wunderbaren Familie wurde ich dann in meine deutsch-italienische Familie aufgenommen. Ähnliche Schicksale erlebten viele Kinder weltweit dort, wo die abrahamistische Religion in welchen Varianten a­uch immer herrscht und welche Prüderie und Pseudomoral sie nicht verheirateten Frauen predigt. Dabei stellte ich die Frage, wie gut dieses Verhalten war, wie konform diese Lehren mit der von der Gesellschaft vorgeschriebenen, jedoch nicht erfüllbaren Moral sind?

Als Gast begrüßte ich Dr. Sven Larat, Mediziner und Autor des Buches „Religion – Kampf der Gefühle und Waffen, Freier Wille  – Sünde – Schuld. Band 1“. Meine Rezension zu diesem Buch folgt alsbald. Ebenfalls dabei war Andreas Keck, der Münchner Kulturagent und Kommunikationsarchitekt und seit mehreren Jahren Mitglied der Bayern-FDP, und die Gästerunde wurde mit der Religionsexpertin der SPD, der Landtagsabgeordneten Diana Stachowitz ergänzt, die ich mit Begeisterung kennengelernt habe. Ich sage nur: „Enchanté!“

Die Sendung beschäftigte sich mit verschiedenen aktuellen Erkenntnissen über das Verhalten von religionsnahen Gruppierungen, zum Beispiel bei den Stadtwerken München. So wurde hier der Männertag im Volksbad abgeschafft und dafür ein vom Stadtrat München beschlossener „Musliminnen-Tag“ in der Sauna eingeführt. Diese Einschränkung des Lebensraums der Männer in der Stadt wird verharmlost, indem man behauptet, Männern könnten sich anpassen und bedürften keines besonderen Schutzes – wie eben die Musliminnen. Ungeachtet dessen, dass die meisten aktuellen sexuellen Übergriffe von Angehörigen von Religionen ausgehen.

Ich wies  in der Diskussion besonders darauf hin, dass eine Stigmatisierung des Mannes als Täter nicht mit unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung konform sei. Die Stellungnahme der Gäste hören Sie im Podcast. Ich werde mich hüten, selbst Interpretationen zu verfassen.

Ein weiteres Thema war die Beziehung der Gesellschaft zu unseren Hundebesitzern. In einem Land, wo Herr Hirnbeiß mit seinem Wauzi Teil der Gesellschaftsgeschichte ist, werden Hundebesitzer mit absolut unbegründeten Behauptungen verdrängt, wie zum Beispiel der, Hunde seien schmutzig.

In meinen Recherchen kam ich zu dem Ergebnis, dass es im Nahen Osten Schakale und Hyänen gab und da diese (aus Ägypten) bekannt waren, dachte man, deren schlechten Ruf auf die Hunde übertragen zu müssen. Auch das Thema Krankheiten und Hunde ist fast lächerlich, da wohl bekannt ist, dass der Mensch mehr Krankheiten überträgt als viele andere Tiere in der Natur. Darum behaupten Paläontologen und Geschichtsforscher, dass viele Spezies nach der Eiszeit deswegen ausgestorben sind, weil sie die Krankheiten des Menschen nicht überleben konnten. Übrigens, Zeugen dieser Behauptung sind die ausgerotteten Indianer Amerikas, die von Masern und Erkältung dahingerafft worden sind.

Abschließend kam ich auf die Zukunftsvisionen von Science-Fiction-Literatur zu sprechen und dabei zitierte ich die Visionen von Marion Zimmer-Bradley in ihrer Serie „Darkover“. Ich empfehle den Lesern, diese Bücher zu lesen. Es sind fabelhafte Szenarien, in denen Frauen in selbstbewussten Rollen und freier sexueller Lebensgestaltung über ferne Welten herrschen.

Nun bleibt uns die Frage: Wie wollen wir eine Zukunft gestalten, in der jeder das Recht seines Nächsten kennt und respektiert? Wo sollen Intoleranzen enden und wo darf eine Mehrheit über Minderheiten dominieren?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Fragen an mich und meine Gäste.

Bleiben Sie dabei, denn mein nächstes Thema ist prickelnd: „Paul gegen das Wissensmonopol der Wikipedia.“

Ein Tipp zum Schluss: Einen empfehlenswerten Beitrag von Sebi Rock lesen Sie hier: Einfluss der Religionen im säkularen Deutschland

Paul bei Radio Lora München

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