Nianchchmun und Chmunhotep – Liebe oder Freundschaft?

Vor langer Zeit, in einer Stadt namens „Elephantine“, heute Assuan, gab es mal den Kult zum Widder-Gott Chnum. Dort sind auch Ausgrabungen, welche den nubischen Denkmälern der UNESCO angehören. Um besser zu verstehen, wo diese Stadt liegt, suchen Sie nach Assuan in Ägypten und sie werden diese bestimmt finden.

Zu dieser Zeit war der Nil besonders reich und der Wasserpegel lag über 5 Meter höher als heute. Reiche Städte lagen am Ufer des Nils und beherbergten gut situierte Familien.

Chnum ist in meiner Erzählung von heute zum Teil von größerer Bedeutung, weil er die wichtigste Gottheit der 5. Dynastie in Ägypten war. Sein Name war oft als Name von Bürgern dieser Zeit zu finden. Dieser Gott wurde durch einen Widderkopf mit Manneskörper repräsentiert, was typisch für die zweite Generation der Götter im antiken Ägypten ist. In der Schöpfungsgeschichte im alten Ägypten schuf er den Menschen aus Ton oder Lehm, wie der jüdische Gott auch. Originalität, wie man sieht, ist in keiner der Religionen von besonderer Bedeutung.

So sind die Namen unserer Hauptpersonen Nianch-Chnum (bedeutet „Das Leben gehört zum Chnum“) und Chnum-Hotep (was „Chnum ist zufrieden“ bedeutet). Ob diese Namen auch die Geburtsnamen der beiden Protagonisten waren, ist in deren Grab kein Hinweis zu finden. Sicher ist aber, dass diese die Namen sind, womit diese beiden Herren starben.

Diese Herren waren höhere Beamte der Pharaonen in der 5. Dynastie. Die 5. Dynastie belief sich zwischen 2450 und 2410 vor Christus. Zu dieser Zeit regierten Niuserre und anschließend Menhauhor. Sie trugen den Titel „Aufseher der königlichen Maniküren“. Pharaonen waren immer durch die hinterlassenen Werke und über ihre Eitelkeit bekannt, und Niuserre baute das Sonnenheiligtum von Niuserre (dieses war mal bekannt als Pyramide von Righa, aber später erkannte man, dass es sich nicht um eine Pyramide, sondern um ein Heiligtum handelte. Darum wurde der Name geändert.)

Deren Besonderheit und der Grund für die Weltbekanntheit dieses Männerpaars ist ein Bild, auf dem beide in einer (für die ägyptische Kultur) sehr intimen Umarmung mit Nasenkuss darstellt werden. Da die Nasen sich berühren, versteht man daraus, dass beide sich küssen. Laut Überlieferungen ist der Kuss zu dieser Zeit mit der Nase und nicht mit den Lippen. Dieses Bild befindet sich auf einer zentralen Säule des gemeinsamen Grabs. Diese Säule befindet sich in der Teilung des Grabes in Südteil und Nordteil.

Während einige Forscher im Grabbild und der Gestaltung einen eindeutigen Nachweis für eine homosexuelle Beziehung sehen, sehen andere nur zwei Männer, die eine tiefe Freundschaft verbindet.

Die Tatsache, dass die prüdere christliche Erziehung manche Forscher in der Interpretation der Ausgrabungsfunde zu falschen Annahmen führt, ist ebenso wahr, wie die Tatsache, dass ein Beleg für deren homosexuelle Beziehung nicht existiert.

Nunmehr ist in deren Grab eine komplette Auflistung der jeweiligen Familien mit Namen ihrer Ehefrauen und Kindern.

Von einem wird sogar ein Enkelkind namentlich in den Beschriftungen auf der Grab Wand erwähnt. Jeder dieser Männer hatte sechs Kinder und eine Ehefrau.

In beiden Auslegungen der Forscher scheint eine Menge an Dogmen der beiden zu existieren, die ich hoffe, hier etwas zu lichten. Die christliche prüdere Einstellung führte dazu, dass Forscher und Ausgrabungsleiter an den Statuen des Gottes Min den Penis abschnitten, damit Königin Victoria nicht mit dem Anblick brüskiert würde. So ist es durchaus wahrscheinlich, dass Teile der Beziehung zwischen diesen Männern auch in der Geschichte verschwunden gingen.

Homosexualität im alten Ägypten ist bekannter als Wasser zu tragen und Referenzen fehlen nicht. Allein die Geschichte von Seth, der erregt versucht den jungen Horus ins Bett zu kriegen, ist Referenz genug, dass sogar in der Ebene der Götter die natürliche körperliche Anziehung keine Hürde war. Die Göttin Isis versuchte dabei, ihren Sohn Horus zu beschützen, wie es auch in anderen Ländern und Kulturen der Fall wäre.

Fakt ist, dass man auch Kinder zeugen kann, wenn man homosexuell ist. Viele Zwangsehen belegen meine Aussage und ich denke, jeder homosexuelle Mann wird mir zustimmen, dass man unter Umständen sogar mit schlechter Leistung einen Akt so zu vollenden schafft, dass ein Kind daraus gezeugt werden kann. Bitte entschuldigen Sie, dass hier keine weiteren Details gegeben werden, aber wir befinden uns im altersfreien Kanal.

Einige der homosexuellen Forscher setzen einen besonderen Nachdruck auf den Beruf der beiden Protagonisten, als würde jeder Homosexuelle ein Friseur oder eine Maniküre werden, aber ich kann diesen Zusammenhang nicht bestätigen und wenn ich mir vorstelle, selbst in einem dieser Berufen arbeiten zu müssen, wäre ich verzweifelt.

Für meine Analyse der untersuchten Umgebung und Zeit ging ich auch der Rolle der Frau im alten Ägypten nach und stellte fest, dass damals Frauen wesentlich stärker in der Gesellschaft involviert und akzeptiert waren. Frauen waren Regentinnen, Pharaonen oder Farmerinnen. Darum sehe ich auch, dass für eine Frau eventuell eine andere Perspektive zu einer eventuellen Homosexualität des Ehegatten gegeben war. Es ist anzunehmen, dass diese Frauen in dieser Zeit auch pragmatischer dachten und nicht emotionell in einer Beziehung wirkten. Die Ehen im alten Ägypten waren meistens zwischen gleichaltrigen Partnern, im Gegenteil zu den Ehen zum Beispiel im alten Griechenland, wo meistens die Frau um die fünfzehn Jahre jünger als der Ehemann war (und auch dementsprechend fügsamer).

Aus einem Bild die Gesamtheit eines Lebens oder einer Beziehung zu interpretieren scheint mir fast zu Scifi, um glaubwürdig zu sein, jedoch die Tatsache, dass sie mehr als Brüder und Kumpels waren, sollte auch klar vermittelt werden, da kein anderes Männerpaar ein gemeinsames Grab teilte. Andere Gräber von Männerpaaren sind auch bisher unbekannt.

Homosexualität würde im alten Ägypten nicht diskriminiert, aber man sah dies als Problem, wenn der Pharao keinen Nachfolger zeugen wollte, wie in der Geschichte des Königs Pepi II und Sasenet.

Spätere Übersetzungen von Papyren, die eventuelle diskriminierende Konnotationen zur Homosexualität liefern, wurden bisher als fehlerhaft oder überinterpretiert erkannt und so bezeichnet.

Egal welche der beiden Fraktionen der Forscher Recht hat, diese Diskussion wird bestimmt niemals zu einem konkreten Schluss geführt werden, da Nachweise fehlen, und bestimmt hat zu dieser Zeit keiner ein Tagebuch über seine sexuellen Erlebnisse geführt. Jedoch können wir für uns eins daraus gewinnen, dass Forscher nicht von Religionen verleitet werden dürfen und auch nicht vom eigenen Wunsch nach Akzeptanz.

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