Münchener Bürger allein gelassen von Politikern und Vertretern

Seit fünf Jahren wird gegen das Massengrillen und Lärmquellen am Isarufer protestiert. Zahlreiche Beschwerdebriefe haben das Ordnungsamt, Polizei und das Baureferat erreicht. Allein die Pro Isar Aktion mit 216 Briefen liefert eine Referenz für die Stimmung der Bürger.
Die steigende Anzahl der Beschwerden führte sogar das Fernsehen zu mehreren Berichten über die Ausmaße an Müll, Rauch und Lärmbelästigung in der Region. Nicht selten wurden wochenlang gefeiert, Tag und Nacht. Anwohner die noch zur Arbeit
gehen mussten, waren kaum von der Partyfreude angetan.

Da keines der Referate oder Behörden der Stadt auf diese Beschwerden reagierte, starteten Bürger Unterschriftenlisten, in der Hoffnung beim gewählten Bürgermeister Dieter Reiter (SPD) Gehör zu finden. Doch außer zwei Pressemeldungen war der Oberbürgermeister planlos und offensichtlich mit der Lage überfordert. Am 08.12.2015 nahm die dritte Bürgermeisterin Strobl die Unterschriftenlisten entgegen und hier endete ihr kurzer Einsatz. Der zweite Bürgermeister Schmidt hat sich geschickt von der Frage, warum er so viele Vereine unterstützt (die alle dem gleichen Personenkreis gehören) die mehr Partys an der Isar veranstalten wollen gedrückt, und hofft bestimmt, dass dies nicht wieder zur Sprache kommt.
Alle Parteien beteiligten sich in irgend einer Form bei den Protesten.
Lediglich die FDP stellte sich dagegen.

Die Polizei verabschiedete sich von der Angelegenheit und der Aufgabe der Aufsicht mit der Begründung einer unzureichenden Zahl von Beamten und der nicht deutlichen Identifizierung von Straftaten, da die verantwortliche Anlagenaufsicht der Stadt München keine Aufsicht wirklich leistet.

Das Planungsreferat, geleitet von Frau von Knorring, verbreitet eine einseitige Vision über den Wunsch der Münchener, die kaum einer der Besucher der Ausstellung München 2030 bisher glaubt. Doch es wird dies mit viel Aufwand und Geld berichtet. Am 28.12.2015 strahlte der BR3, als einziger Sender, der sich über die Beschwerden der Bürger zu berichten weigerte, sogar einen Reportage über diese einseitige Vision der
Verwandlung der Isar in ein zweites Amsterdam aus. Es ist zu beachten, dass der Bericht ebenfalls von den gleichen Vereinen, die Wirtschaftsinteressen an der Isar befürworten, gedreht und promotet wurde.

Der Kulturstrand findet dieses Jahr zum letzten Mal am Vater-Rhein-Brunnen statt. Die reichliche Anzahl an Beschwerden bewegte den Bezirksausschuss, der Veranstaltung dort ein Ende zu setzen. Jedoch läuft bereits eine Ausschreibung für 2017, ohne klare Definition des Ortes, wo diese Veranstaltung stattfinden soll. Klar wurde jedoch in der Ausstellung München 2030 von einem Verein in einem Interview behauptet, dass, wenn wieder die gleichen Personen von einem der zahlreichen verwobenen Vereinen die Ausschreibung für 2017 gewinnen, Klage eingereicht wird. Namen wurden nicht genannt.

Frau von Knorring spricht ohne zu erröten von einem vorsichtigen Umgang mit der Natur, dem durch die Taten des Baureferates und Gartenbau in mehreren Videos und Fotos, die im Internet zirkulieren, widersprochen werden. Das Baureferat entgegnete den zahlreichen Protesten mit einem Runden Tisch am 09.12.2015, dessen Verlauf ein strenges Presseverbot (ungeachtet unserer Demokratie) unbegründet auferlegt wurde. Was daraus kam, wurde niemals kommuniziert, und auf Anfragen wurde kein Antwort geleistet.

Die Abholzung der Parklandschaft an der Isar (Landschaftsschutzgebiet) wird von vielen Personen im Planungsreferat in Zusammenarbeit mit dem Baureferat geleitet, was es kaum möglich macht, einen Verantwortlichen zu finden. Die zahlreichen Koryphäen, die von der Stadt München als Architekten und Stadtplaner engagiert wurden, kommen aus Berlin, Düsseldorf und anderen Städten außerhalb Bayerns. Begriffe wie Weitsicht an der Isar oder offener Raum werden um sich geworfen, was alles insgesamt bedeutet, der Park wird wie auf den Ostern Inseln bis auf einige Erinnerungsbäume abgeholzt, und wir werden keine Spur von einem Landschaftsschutzgebiet mehr sehen können. Die Pro Isar Aktion musste der
Forderung der Teilnehmer nachgeben und eine Anzeige wegen Umweltbeschädigung und unerlaubten Abholzens bei der Polizei aufgeben.Viele Teilnehmer der Unterschriftenaktion forderten dies in mehreren
Schreiben. Leider reagieren die betroffene Bezirksausschüsse darauf nicht.

Gesundheitsatteste wurden der Abteilung Immissionsschutz der Stadt München vorgelegt, und allein der Menschenverstand versteht, dass Grillrauch in diesen Maßen ungesund ist, doch für die Referate reicht die Logik allein nicht als Beweis, und das Baureferat weigerte sich, die angeforderten Luftbelastungsmessungen durchzuführen. Die Bezirksausschüsse, als Vertreter der Anwohner, sind machtlos und viele rechnen bereits mit der nächsten Beschwerdewelle, insgeheim in dem Bewusstsein, dass sie kaum
etwas gegen diese Aufhalte Taktik tun werden können. Auch Vereine wie der Bund Naturschutz, die sich stets zum Thema Schäden der Natur im Park äußerten, scheinen gegenüber der Sturheit des Baureferates zu
kapitulieren, da dieses bisher kaum eine Antwort auf die Bitte um Maßnahmen von der Pro Isar Aktion leistete.

Am 18.2.2016 führt die Ausstellung München 2030 weiter das Märchen fort und spricht über die Pläne, die angeblich alle Münchener Einwohner in Isar Nähe befürworten sollten. Doch die Münchener (bis auf die zuvor
angesprochenen Vereinsfreunde) wurden niemals gefragt. Auch die geringe Wahlbeteiligung zeigt, dass die Wähler kaum den aktuellen Vertretern zustimmen oder sie gar kennen.

Die Anwohner machten auch durch die Pro Isar Aktion (geführt von Paul Riedel) klar, dass wegen der FKK-Bereiche auch eine vorsorgliche Einweisung der Flüchtlinge stattfinden sollte. Nach drei Monaten
Recherche, bei dem keiner gefunden wurde, der sich um das Thema kümmern wollte, übernahm das Sozialamt im Bereich AKIM die Verantwortung für diese Aufgabe. Telefonisch gaben sie jedoch zu, dass aufgrund der aktuellen Überlastung, diese Aufgabe eventuell nicht wahrgenommen wird. So ist das Isar-Ufer ohne Polizei, ohne Parkaufsicht und ohne eine Aufklärung von Flüchtlingen eine potentielle Gefahrzone geworden. Die Folgen für diesen Misserfolg von Ämtern und Politik werden die Bürger im kommenden Sommer
erfahren.

Aufgrund dieser aussichtslosen Lage treffen sich die Bürger am 09.03.2016 am Hans-Mielich-Platz in der Gaststätte Likavitos, um die nächsten Schritte zu besprechen. Interessenten werden um eine Anmeldung auf der Website gebeten.

Während einige Bürger bereits über eine Bürgerwehr sprechen, wollen andere demonstrieren. Egal wie es ausgehen wird, eins ist klar, verantwortlich für diesen Missbrauch der knapper werdenden Stadtsmittel sind die Bürger, die sich weigern, an der Wahl der Vertreter zu beteiligen.

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