Manchmal kann sogar Coaching nicht helfen!

Coaching sollte Ihre Karriere sichern und Ihnen von Probleme am Arbeitsplatz die Ihren professionellen Fortschritt hindern fern halten. Coaching ist wie väterlicher Rat, man folgt oder nicht, aber Unsicherheiten können Fatal für eine Zusammenarbeit sein. Da diese meistens eine ganz anderer Art der Unterstützung benötigen.

Wie viel traut man sein Berater zu und wie viel man selbst unternehmen soll, ist ein Kunst den man nicht pauschal beantworten kann. Ich arbeite in der Personalbetreuung außerhalb meine Aufgaben als Geschäftsführer seit 2003. Für mich waren viele Anläufe notwendig um den richtigen Mittelweg zu finden, und ich hoffe, mit diesen Bericht erspare ich einige meine Lesern unnötige Erfahrungen.

Die Management Klienten wollen meistens selbst alles koordinieren, was zum Teil der Zusammenarbeit erschwert. Die nicht im Management haben meistens entweder volles Vertrauen oder sind zu unsicher. Darum habe ich seit 2009 in meine Personaleratung Regeln eingeführt die mir zusichern, meine Zeit und Einsatz entsprechend abgerechnet zu können, bei der passenden Klientel und vor allem abweichendes Verhalten nachzugehen.

Manager die unverbesserlich sind und keinen Rat folgen sollte man nicht aufnehmen und schnell aus der Klientel verabschieden, da diese Zusammenarbeit selten von Erfolg gekrönt ist.

Unsicheren Personen wird jeder Berater nach der zweite Sitzung aufspüren können, spätestens bei den dritten (oder neunten) unaufgeforderten Anruf fällt es auf. Ruft den Klient sein Berater an, um ein Termin zu vereinbaren, oder um einem Termin zu bestätigen, kann man dies nicht als außerordentlich ersehen, ruft die betreute Person um eine Meinung zwischendurch zu erfahren, sollte dies für beide eine Warnung sein. Der Coach ist für die Orientierung in der Karriere ein Hilfsmittel, aber kein Beichtvater oder Beichtmutter. Es ist zum Teil auch ein Dogma in unserer Gesellschaft, dass viele denken, Unsicherheit sei meistens weiblich und so übersieht man ein gefährliches Symptom auch bei Männer.

Zyklothymie, Dysthymie oder überhaupt affektive und Angst- Störungen können hier der Fall sein. Angststörungen sind zum Teil kaum spürbar, da der Betroffenen zum Teil sich gut ausdrücken kann und auch Sicherheit mimen kann. Häufig spricht man von ein „Empfindlicher Mensch“, wobei diese Bezeichnung sehr irreführend ist, da die Person nicht empfindlich ist, sondern seine oder ihre Gefühle desorientiert sind. Hier kann ebenfalls eine Depression oder Schizophrenie vorliegen, die sogar der Einsatz ein Psychiater erfordert. Daher sollten Coachs besonders achtsam vorgehen und beim ersten Verdacht sofort (möglichst schriftlich und bestimmt) reagieren.

Ich rechne meine Leistungen nach Stunden und in Takt von Viertelstunde. Kommen bei eine Monatsabrechnung mehr als vier Eintragungen vor, setze ich in der nächste Besprechung einen Hinweis auf unsicheren Klienten auf.

Unsichere Klienten sind ein Problem für sich und für den Coach auch. Der Mangel an Selbstvertrauen ist ein gefährlichen Symptom, den man unter Umständen als Coach falsch einschätzt. Im Rahmen meine Ausbildung in der Psychotherapie habe ich erfahren, dass manche Betroffenen Psychologische Probleme haben. Diese suchen ein Coach nicht aufgrund Sicherheit und Besserung in der Zukunftsorientierung, sondern weil diese an ein Selbstvertrauensmangel leiden. Sogar wenn man eine Psychotherapeutische Ausbildung hat, sollte man hier entscheiden, ob man sich als Coach betätigt oder als Therapeut. Ich entschied für mich, solche Klienten immer an ein Psychotherapeut zu überweisen. Beides leisten zu wollen scheint mir nicht möglich zu sein, da die Beziehung zwischen Coach und Klient weit oberflächlicher ist, als die Beziehung zwischen Klient und Therapeut und daher wurde ich nie beide vermischen.

Mangel an Selbstvertrauen kann nicht durch Coaching geheilt werden. Eine unsichere Person ist auch nicht fähig Konfrontationen rational zu behandeln, da die Gefühlslage eine Störung aufweist. In eine Therapeutische Sitzung sollte dann ermittelt werden, wo die Störung vorliegt. Gefahrenaversion kann aufgrund der Wunsch Sicherheit im Leben zu haben. Wächst diese Unsicherheit auf einem Niveau, dass der Betroffenen mehrfach sich im Laufe des Tages auf das Gleiche Problem verschiedene Ansätze ausdenkt (hier kommen die meisten Telefonate vor) dann haben wir bereits eine eindeutige Störung der Einfluss auf Karriere und privates Leben sich ausbreiten kann. Ein Zeichen der Unsicherheit zeigt sich, wenn plötzlich Termine nicht wahrgenommen werden und bei direkter Nachfrage ausweichende Vorwände vorgelegt werden.

Nicht selten sind Betroffenen nicht nur in dem professionellen Umfeld dann unsicher, sondern auch im privaten Leben meiden diese tiefgehenden Beziehungen. Ich arbeite daher immer mit andere Therapeuten zusammen, da wenn ich auf solche Symptome auftreffe kann ich sofort eine entsprechende Behandlung vorschlagen.

Sowohl Managern als auch andere Mitarbeitern die von solche Störungen betroffen sind, benötigen mehr Zeit für Entscheidungen als andere die Beschwerdefrei sind. Ob die Entscheidungen dann besser oder schlechter sind, kann man nicht urteilen. Die Anwendung von zu viele diplomatische Ausdrücke (um den Brei herum reden) und das extreme Leiden sind weitere Hinweise auf eine Behandlungsbedarf, die man nicht übersehen dürfte.

Es existieren mehrere Therapien und Behandlungen für solche Fällen, jedoch sollte man nicht auf den leichten Schulter diese Symptome nehmen, da man nicht vorher sehen kann, welche Konsequenzen das Ganze hat. Ich habe mehrfach (vor allem aus Brasilien) gehört, wie man solchen Zustände mit Bachblüten und selbst Therapien versucht, aber ich habe nie von einem wirklichen Erfolg berichten dürfen.

Ich hoffe mit diesen Hinweis, Klienten und Coachs einen guten Tipp gegeben zu haben, der eine eventuelle Krankheit unbehandelt lässt.

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