Kinderlieb zu sein ist keine Männersache

In Italien, Portugal, Spanien, USA oder Brasilien, ach was, die meisten Ländern, die ich kenne, kann ich behaupten, dass auch als Mann darf man kinderlieb sein. Ein Lächeln, ein Kopf streicheln (doch nicht in Asien) oder eine grimmige Fratze bringt die Kinder zum Lachen und die Muttern zeigen stolz die Bälger. Doch in Deutschland bringt das gleiche Benehmen einem Mann sogar in Knast oder im Verruf.


Ein Freund schrieb mir vor zwei Wochen und berichtete von sein Leid. Sicher, sogar eine Nonne kann durchaus an ihn erkennen, dass er schwul ist. Sogar wenn er nicht redet, flattern seine Hände. Er ist sympathisch und in Köln, wo er lebt, sollte er nicht besonders auffallen. Doch einige Müttern reicht freundlich zu sein nicht aus.

Ich lernte ihn, als ich dort arbeitete, kennen. Er war sogar mit sein damaliger Partner in eine meine Stadtführungen in Barcelona dabei. Ich kann mich bestens erinnern, wie wir lauthals mit einige Jugendliche lachten. Wir tauschten uns während und nach der Führung über Mode, Essen und Fragen über wie jeder zu seine erste Liebe kamen aus. Alles harmlose Gelaber, die uns (beide damals schon über 40 Jahre Alt) näher der jüngeren Generation brachte. Egal wie alt den Kindern in den meisten Ländern sind, Freundlichkeit der Muttern und Vätern darf man erwarten.

Selbst in Brasilien noch in meine Kindheit besaß ich mehr Onkels, als man sich vorstellen kann. Alle Italiener von meine Nachbarschaft waren zu mir freundlich und wenn ich Hilfe brauchte, es fehlten mir nicht an kräftige Onkels (und einige Tanten), die mich nach Hause trugen. Ich muss dazu bemerken, dass ich hyperaktiv als Kind war und mehrfach hinfiel oder mit dem Fahrrad in Busse hineinfuhr.

Dabei fragte ich mich, wie definiert man dann kinderfreundlich in Deutschland?

Kindern mit schlechte Manieren, zickige Muttern die hoffen auf einem Grund für eine Klage, damit sie auf Geld kommen oder patzige Bemerkungen, die jeglichen Guten Willen im Keim tötet.

Viele Spanier die hier leben beklagen, dass die Deutschen zu unfreundlichen sind, oder das Leben hier zu steril sei.

Vor einige Jahre erlebte ich selbst, wie ein Vater versuchte, mich irgendwie einzuwickeln in Beschuldigungen. Das Ergebnis war, dass ich sofort ihn und seinen Zweien Töchtern (die mittlerweile bestimmt über 25 Jahre alt sind) aus meinem Geschäft rausschmiss und Hausverbot erteilte.
In meine Unterschriftenaktionen muss ich mit Passanten sprechen und die, die ich grundsätzlich meide, sind Müttern mit Kindern. Interessant ist, dass Vätern scheinen toleranter und gesprächiger zu sein. Ich wurde sogar sagen, dass diese freundlicher und auch deren Kindern gelassener wirken.

Dieses Merkmal in unsere Gesellschaft ist diskriminierend. Egal welche Geschlechtsorientierung oder sogar Herkunft liegt an uns, jegliches unfreundliches Verhalten zu vermeiden.
Wir wollen Flüchtlinge, Migranten, und uns auf der Brust „Weltoffen“ tätowieren, doch sind wir nicht in der Lage Mitmenschen an unsere Gesellschaft heran zu lassen.

Heißt es, kinderfreundlich zu sein, nur Geld geben für Sozialleistungen? Spenden für karitative Institutionen? Wie wollen wir, dass die jüngere Generation unseren Werdegang schätzt, wenn sie damit keine Kontakte haben?

Was wollen wir dann unter kinderfreundlich wirklich verstehen, liebe Muttern?

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