Gastbeitrag von Dipl. Biol. Stefan Hintsche

zum fünften Mal findet heute am 12. August der Weltelefantentag statt.

Weltweit finden heute zahlreiche Aktionen vor allem von Museen, Zoos und Naturschutzorganisationen statt, um auf die Bedrohung der größten Landsäugetiere aufmerksam zu machen. Besonders bedroht ist der bis zu fünf Tonnen schwere Asiatische Elefant (Elephas maximus), von dem keine verlässlichen Bestandszahlen existieren. Schätzungen gehen von 30.000-50.000 Tieren aus. Mindestens die Hälfte lebt in Indien. Ähnlich ungewiss ist die Situation beim kleinen, nur drei Tonnen schweren Afrikanischen Waldelefanten (Loxodonta cyclotis).

In Westafrika existieren vermutlich noch etwa 5.000 Tiere, während für Zentralafrika mindestens 16.000 Waldelefanten vermutet werden. Möglicherweise könnten es aber auch noch mehr sein. Problematisch ist, dass in manchen afrikanischen Ländern bis zu 75 Prozent der Waldflächen für die Abholzung freigegeben sind. Deutlich mehr Individuen gibt es noch vom großen Afrikanischen Steppenelefanten (Loxodonta africana), der bis zu sieben Tonnen auf die Waage bringen kann. Rekordbullen brachten es sogar schon auf bis zu zehn Tonnen. Hier wird noch von ca. 400.000 Tieren ausgegangen. Allerdings waren es in den 70ern noch über eine Million.

Steppenelefanten sind als Offenlandbewohner gut vom Flugzeug aus zu zählen, so dass diese Zahlen relativ zuverlässig sind. Bedauerlicherweise werden aber 30.000-38.000 Tiere pro Jahr vor allem für den Elfenbeinhandel getötet. Besonders groß ist die Nachfrage nach Elfenbein im asiatischen Raum.

Leider sind Wilderer heute technisch sehr gut ausgestattet, z.B. mit Helikoptern, Nachtsichtgeräten und modernsten Waffen. Jedes Jahr sterben zahlreiche Ranger beim Versuch die Elefanten zu schützen. Ein weiteres Problem ist die Ausbreitung von menschlichen Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen, wodurch es immer häufiger zu Konflikten zwischen Mensch und Elefant kommt.

Gelegentlich dringen Elefanten auch in Dörfer ein. Ca. 500 Menschen werden pro Jahr weltweit durch Elefanten vor allem auf Feldern, aber eben auch in Siedlungen getötet. Dies führt dann immer wieder zu Racheaktionen an den Elefanten durch Bauern oder Angehörigen getöteter Menschen. Solche Konflikte könnten zum Teil durch die Umsiedlungen von Elefanten in Schutzgebiete entschärft werden, die aber natürlich nicht ganz billig sind.

In einigen Nationalparken vor allem in Südafrika gibt es hingegen das Problem, dass sie aufgrund der starken Vermehrung der Elefanten inzwischen für die dort lebende Elefantenzahl zu klein geworden sind. Die große Elefantenzahl übt dort einen großen Druck auf andere Tierarten aus, da die grauen Riesen deren Lebensraum zerstören. Bei einigen kleineren Schutzgebieten kommt daher auch eine Geburtenkontrolle durch Hormonpräparate zum Einsatz. Für große Schutzgebiete gilt Verhütung als zu teuer und daher nicht umsetzbar. Dort werden stattdessen immer wieder einige Elefanten zum Abschuss freigegeben.

Eine mögliche Lösung wäre zumindest in einigen Fällen der Ankauf von Land für die Schaffung von Wanderkorridoren zwischen den Schutzgebieten. Das Aussterben von Elefanten bringt gravierende Folgen für die Ökosysteme mit sich, da in manchen Regionen sogar bis zu einem Drittel der Baumarten bei der Verbreitung ihrer Samen auf Elefanten angewiesen ist. Folglich sterben nach den Elefanten dann auch die von ihnen abhängigen Pflanzen aus und danach die von den Pflanzen abhängenden Tiere usw., d.h. es tritt eine Kettenreaktion ein. Hinzu kommt, dass sich Touristen auch fast nur für große Tiere interessieren, so dass mit dem Aussterben der Großtiere viele Schutzgebiete überhaupt nicht mehr zu halten wären.

Daher ist ein besserer Schutz der Elefanten enorm wichtig und wir sollten uns dringend um den Erhalt dieser faszinierenden und intelligenten Tiere bemühen!

Viele Grüße,

Stefan

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