Dildo-Werbung neben dem Kindergarten?

Deutsche lieben die Gesetzbücher und fast für jedes Verhalten wird fein säuberlich ein Pro oder Contra definiert und in unseren Büchern aufgeschrieben, aber Vernunft kann offenbar nicht gesetzlich vorgeschrieben werden.
Die Tatsache, dass sich Männer in Deutschland zu manchen Themen nicht mehr äußern, ist eine Realität, die leider nicht immer gutgeheißen werden kann. Sich gegen eine deplatzierte Werbung zu äußern, dürfen Bürger kaum wagen. Das ist kein geschriebenes Gesetz, aber ein unausgesprochener gesellschaftlicher Konsens. Zum Teil ist es gut so, weil wir dann wissen, dass es für die Gesellschaft besser ist, wenn sich auch Frauen einschalten.

Neulich wurde ich auf einige Werbeplakate von der Online-Shop Amorelie aufmerksam. Diese waren neben einer Kita angebracht worden. Darauf ist ein mächtiger Dildo in Rosa zu sehen, der den Passanten aus einem gelben Hintergrund heraus fast in die Augen springt.

Wenn ich diese wertlosen Produkte die dort angeboten betrachte und der mangelhaften Ausbildung unserer Marketing Schulen die uns diese Werbung bescheren sehe, dann zeigt sich der Dekadenz der Gesellschaft ihre Folgen.. Es ruft mir auch ebenfalls die einen Orgasmus vortäuschende und auch penetrante Hintergrundmusik, die ich aus der Fernsehwerbung kenne, in Erinnerung, und ich danke nur, dass Plakate stumm sind.

werbeplakat

Nicht lange ist es her, dass es in Paris heftige Proteste gegen einen aufblasbaren Christbaum gab, da er viel zu viel Ähnlichkeit mit einem Sexspielzeug hatte. Ich muss zugeben, dass ich in dieser Hinsicht naiv bin und von der damaligen Meldung etwas irritiert war. Ich kam nicht auf die Idee, dass ein Christbaum als Sexspielzeug angewendet werden könnte, aber wer bin ich, um gläubige Christen über dieses Thema aufzuklären, nicht wahr?

Die Amorelie-Provokation wurde neben eine Spendenaufforderung von „Brot für die Welt“ gesetzt, was wirklich nicht als gelungener Werbeeffekt bezeichnet werden kann. Vor allem, dass man unbewusst auf die Gedankenassoziation kommt, mit Dildos die Kinderarmut in Afrika zu bekämpfen.

Ist es erforderlich, dass man einer Plakatagentur per Gesetz Vernunft vorschreibt? Oder wie wäre es mit Anstand?

Wäre ein harmloses IKEA-Werbeplakat mit einer homo¬sexu¬ellen Familie darauf (wie in Italien) an derselben Stelle angebracht gewesen, ist durchaus anzunehmen, dass „besorgte Eltern“ und Vertreter der Doppelmoral sich sofort zu Wort gemeldet hätten.

Es ist bestimmt keine Prüderie zu wünschen, dass präpubertäre Kinder das Thema Sex-Toys oder überhaupt Sex erst nach einer Aufklärungsstunde erfahren. Das Thema soll nicht tabuisiert werden, aber der unbeschwerte Spaß an der Kindheit sollte auch nicht durch unreifen Geschäftssinn gestört werden.

ikea
Die peinliche Werbeaktion wurde heute beendet und es bleibt abzuwarten, wie sich in Zukunft diese Kluft zwischen Erziehung und Bildung entwickeln wird.

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