Das Geschäft mit den werdenden Toten

In 2016 umfasst unsere Bundeswehr 177.077 aktive Soldaten und Soldatinnen, bei einer Einwohnerzahl von 81,2 Millionnen Einwohnern, laut Statistik von 2014. Ziemlich gering diese Zahl, wenn man die Anzahl der politischen Gefahren und den Sozialbedarf bedenkt. Doch wenn man weiß, dass gleichzeitig die Anzahl der Jäger in 2015 nur im Deutschen Jagdverband 374.084 betrug, fragt man sich, ob wir das Gefühl für Gleichgewicht ganz verloren haben. So gesehen ist unsere Bundeswehr nur ein Drittel so groß wie die Jäger im Land. Vor was schützen uns so viele bewaffnete Jäger?

Aufmerksam auf diese diskrepanten Verhältnisse geworden bin ich nach einen Treff mit der LAG-Ökologie der Grünen. Dort sprach ich über das Verhältnis zwischen Religion und Tieren. Bis dato waren für mich die Mundbekenntnisse von Jägervereinen zwar ein Dorn im Auge, aber die Massen der Umweltzerstörung, die sie mit Scheinargumenten auslösen, wurde mir dann noch deutlicher.

Zwischen 35 und 37 Wildbrücken existieren in Deutschland. Aus meiner Recherche verstand ich, dass es den Niederlanden gelingt, das beste Verhältnis zur Natur zu pflegen und die meisten Wildbrücken anzubieten. Durch solche Wildbrücken sollen Wildetiere durch das Land in Freiheit streifen können, andere Stämme treffen und so gedeihen. Doch angesichts von mehr als 600.000 Kilometern Strassen und Autobahnen, die unser Land kreuzen, und dem Verbrauch von 137 Tausend Quadratkilometern für Wohn- und Gewerbegebiete stellt man sich die Frage, was aus unser Umwelt werden soll. Hier kommen auch Fragen über die Agrarlandschaftsnutzung und ein sehr unbeliebtes Thema, nämlich die Bevölkerungsregulierung und das Gleichgewicht zur Natur.

Fragen an die Politik allein zu stellen, hilft wenig. Aufklärung über die Lage sollte mindestens für eine neue Betrachtung in der Gesellschaft sorgen. Aus meiner Erfahrung seit vier Jahren mit Protesten wurde mir klar, dass die meisten Proteste ergebnislos sind. Gegen die Naturzerstörung im Isar-Flaucher Gebiet wurde auch bisher erfolglos protestiert. Mir scheint, dass die Wahrnehmung der Politiker für diese Probleme geschärft werden muss. Das Ergebnis aus Unterschriftenlisten, Aufklärungskampagnen und ständigen Vorträgen bei den Bezirksausschüsse war nur die Erkenntnis, dass die von uns gewählten Politiker meistens nur auf eigene Interessen agieren und sich für Umwelt und Tiere nur vor Kameras interessieren. Mit unserem Wildbestand und Naturflächen wird das kaum anders sein, weil da auch nur eine Hand voll Politiker tätig ist, die zum Teil sogar Mitglieder in Jagdvereinen sind und keinen Cent für Tierschutz spendieren. Ja, ich habe viele Politiker danach gefragt und suche weiterhin ernsthafte Vertreter für das Recht der Tiere.

Von Jagdvereinen liest man, wie notwendig diese sind. Warum Tiere allein nicht ihr Bevölkerungswachstum kontrollieren können, ist eine neue Erfindung von Jägern, die naivere Bürger trösten soll. Ich musste hier bei einem Telefoninterview die Bemerkung über das Bevölkerungswachstum in China, Indien und anderen armen Ländern verkneifen. Doch die Wirtschaftsinteressen sind unübersehbar, wenn man die Entwicklung der Mitgliedszahlen der Jagdvereine berücksichtigt. Untersucht man die Mitglieder dieser Vereine etwas genauer, stellt man fest, dass keiner zum allgemeinen Fussvolk gehört. Anwälte, Ärzte, Prominente Sportler und Firmeninhaber sind mit einigen letzten Exemplaren des wahren Mittelstands Deutschlands die Mehrheit der Mitglieder solcher Vereine.

Wozu sollen Politiker sich für Jagdförderung einsetzen?

Bedenken wir dazu, dass jedes dieser Mitglieder ein Gewehr hat und Umsatz für die Waffenindustrie generiert, dann wird auch dem naivsten Beobachter klar, dass wir von Millionen Beträgen sprechen. Hier setzt sich insbesondere die Lobby-Partei FDP sogar noch für mehr Jagd ein, wo doch zynischerweise über landwirtschaftliche Verhältnisse in deren Anträgen gesprochen wird. Bereits mehrmals gab es Proteste (wie gegen Boufier), wo die FDP zeigte, dass es deren Programm an Gegenwart mangelt. Christian Lindner bestätigte in seinem Vortrag zur Jagd in Nordrhein-Westfallen, dass seine Politik nur für eine Lobby gestaltet ist.

Jagd ist kein Sport mehr, da der Bestand an Tieren kaum sichtbar ist, und das Leben verdient mehr Respekt. Tiere besitzen keine Religion, doch sie zeigen mehr Moral und Barmherzigkeit zueinander, als wir den Mitmenschen.

Als ich auf einer Jäger Website las, dass 80% der Deutschen die Jagd als positiv ansehen, wusste ich, dass deren Statistiken ebenso glaubwürdig sind wie solche Selbstbeweihräucherungen über deren Gesellschaftsakzeptanz sind. Die publizierten Statistiken greifen zum Teil auf geschönte Zahlen zurück, wo Raben und Mäuse sogar zu „Gesichteten Wildtieren“ gehören, damit der nicht existierende Bedarf zur Jagd belegt wird, erklärte der Förster E.H. aus München in einem Interview. Die tatsächliche Anzahl der erlegten Tiere können wir nur schätzen, da die Tiere keine Anwälte oder Kriminalstatistiken haben.

Waldbisse werden von Jagdvereinen und wohlwollenden Förstern als Vorwand für die Bestandsdezimierung vorgelegt. Jedoch die Tatsache, dass wir Menschen täglich mehr Bäume fällen, als der gesamte Rehbestand in Europa im Jahr an Bäumen anbeissen kann, sollte etwas Klarheit über die Absurdität der Aussage liefern.

Neulich war ich in Kontakt mit dem Naturschutzexperten Florian von Brunn (SPD) zum Thema Luchstötungen, und seitdem wurde mir klar, dass wir mehr als eine statistische Diskrepanz in unserem System haben. Wir haben auch Bildungslücken, die unsere Kinder nicht gut genug über die Umwelt aufklären.

Jagen ist eine veralterte Tradition in unserer Gesellschaft und ein Beweis, dass der Mensch ein Schädling und nicht ein Gestalter der Natur ist. Mehrere Bürger werden sich über dieses Problem bewusst und so sind Petitionen und Bewegungen zur kompletten Abschaffung der Jagd im Gange. Auf die Gefahr hin, dass ich mich zu sehr wiederhole, mache ich auf unsere putzigen Handy-Spiele wie Farmarama oder ähnliche aufmerksam, wo man für die komplette Waldzerstörung sogar belohnt wird.

Tierschutz ist kein nettes Thema für Teestunden oder eine Profilierungsplattform für politische Parteien sondern eine ernsthafte Angelegenheit, und es ist Zeit für uns geworden, unsere Einwohnerzahl zu kontrollieren und auf das Gleichgewicht mit der Natur zu achten. Helfen auch Sie, wieder Platz für die Natur zu schaffen.

Für den umweltbewussten Wähler kommt jetzt die schwierige Aufgabe, nachzugehen, ob seine gewählte Partei und Politiker wirklich aktiv und bewusst agieren, oder nur in eigenem Interesse arbeiten. Wir sollten unsere Politiker bewusst nach Leistungen wählen.

Hier sind einige Petitionen, die Ihre Aufmerksamkeit benötigen:

  1. Fuchsbestand schutzen
  2. PETA Gegen Fuchsjagd
  3. BMT Tierschutz Petitionen

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