Buchrezension zu „Ich habe abgeschworen“ von Mina Ahadi

Frauen haben es nicht leicht mit den Ideen von Männern, vor allem, wenn diese Männer denken, eine besondere Verbindung zu einem männlichen Gott zu haben.

Das Buch habe ich gerne gelesen. Größtenteils, man kann es kaum glauben, passen die Beschreibungen auch auf das Leben vieler Frauen, die unter dem Katholizismus ihre Leiden ertragen haben. Die Vorstellung, dass die Menschheit die Hölle auf Erde überleben muss und sich dann auf eine Erleichterung nach dem Tod freuen kann, ist eine vergebliche Hoffnung, die Mina Ahadi in ihrem Buch bestens beschreibt. Die Teilbiografie Mina Ahadis unter dem Namen „Ich habe abgeschworen“ erschien im Jahr 2008. "Mitautorin" ist Sina Vogt. Ich möchte nicht zu kritisch klingen, aber von ihr habe ich nichts im Buch gelesen, so dass ich annehme, ihre Rolle war eher die der Lektorin, die sich mit fremden Federn schmückt. Sie ist auch Mitautorin in einem anderen Buch eines ganz anderen Genres. Das aber nur am Rande.

Ich habe im Buch manches ausgelassen. Einige Szenarien schienen mir wie die Wiederholung des vorangegangenen Kapitels. Ich muss zugeben, dass ich bei einem Pensum von sechs Büchern im Monat einige der Bücher etwas oberflächlicher lesen muss als andere, und ich hoffe, dass dies in diesem Fall kein Fehler war. Es ist in der Ich-Form und sehr blumig geschrieben, aber eher als Bericht denn in Romanstruktur. Die Ausführungen ganz am Anfang des Buches über die Genesung ihrer Tochter und die Unterhaltungen erinnerten mich zum Teil an Berichte, die ich aus einigen historischen Romanen kenne. Ein zum Teil sehr gewöhnlicher Schreibstill. Eines wird den Lesern dabei klar: Das Kopftuch ist ein politisches Machtsymbol. Wer das nicht erkennen will, hat keine Ahnung oder weiß genug, belügt sich aber selbst. Insbesondere empfehle ich dieses Buch, weil dort die Perspektive einer Frau wiedergegeben ist, die mit Beispielen aus dem Leben ihrer Töchter ergänzt wird. So sind auch Generationsaspekte abgedeckt.

Einen Satz aus dem Buch möchte ich besondere herausstellen: „Rheza Khan war ein Diktator, aber er erlaubte den Schulbesuch auch für Mädchen.“ Es ist traurig zu lesen, dass Mädchen immer noch nicht als Partner gesehen werden, sondern als untergeordnete Wesen.

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