AMAZON ist der beste Platz, um Ihre Ware und Ihr Geld loszuwerden!

von Paul Riedel MünchenEinige Geschichten lassen sich kaum ohne ein Bild erzählen und trotz vorliegender Beweise sind sie kaum zu glauben. Die eBay-Händler waren vor einigen Jahren Opfer von Organisationen aus Russland, die über PayPal einkauften und dann erklärten, die Ware nicht empfangen zu haben, und so bekamen diese das Geld zurück. Händler mussten die Kosten für die Ware, den Versand und die Verpackung tragen. Ansprüche bei der Deutschen Post AG werden nicht anerkannt und bei DHL auch nicht.

In diesem Bericht geht es um einen einmaligen Fall bei Amazon. 220 Tage nach der Bestellung erklärt eine Käuferin, die Ware nicht bekommen zu haben. Amazon bezahlt das Geld zurück, und der Händler muss dafür aufkommen.

Eine Weltmacht zu sein, bringt es mit sich, Verantwortung zu tragen. Das Unternehmen Amazon (in diesem Artikel wird Amazon USA gemeint) nutzt Steuerlücken in Europa und weltweit aus und durch fein geplante Strategie bringt dieses Unternehmen die Händler dazu, sich gegenseitig so lange ruinös zu unterbieten, bis kaum noch die Hostingkosten der Plattform abgedeckt werden. Amazon verlangt zum Teil sogar 15 % Provision von den dort verkauften Produkten.

Der Druck auf die Händler ist mir seit langem bekannt. Bis ich jedoch einiges selbst erlebte, war mir nicht klar, wie gefährlich das Ganze für unsere Wirtschaft ist.

Schauen wir erst das Szenario dieses Falles an:

Eine in Quito (Ecuador) lebende Frau Chamorro registrierte sich als Postempfängerin bei der Firma ECON Cargo Ecuador in Florida. Mit einer amerikanischen Anschrift meldete sie sich dann als Kundin bei Amazon an.

Dort kaufte diese Dame am 05.09.2013 eine Tasche aus Deutschland ein. Die Tasche wurde ordnungsgemäß bei der Deutschen Post abgegeben und gemäß Tracking-System am 20.09.2013 in Miami abgeliefert.

Das klingt soweit sehr trivial, nicht wahr?

Die Deutsche Post speichert die Daten für Verfolgungsfälle 180 Tage lang im System. Das gleiche tut USPS (U.S. Postal Service). So sind nach 180 Tagen die Verfolgungsdaten weg und keiner kann mehr irgendwelche Ansprüche erheben oder Nachforschungen  anstellen.

Nun, nach 220 Tage meldete sich Frau Chamorro bei Amazon USA und erklärte, dass die Ware nicht angeliefert worden war.

Amazon verlangte den Nachweis der Anlieferung. Als Nachweis gilt dort nur die Unterschrift der Dame auf einem Papier. Dies wurde mehrfach in mehr als 20 E-Mails diskutiert, jedoch Amazon bezahlte das Geld nach Ecuador zurück. Die Tatsache, dass die Dame einen falschen Namen angegeben hatte, dass diese Anschrift nicht ihre war und auch kaum nachzuvollziehen ist, was dort täglich geliefert wird, ist auch für Amazon nicht von Relevanz. Es ist hier anzumerken, dass nach telefonischer Auskunft eBay und PayPal solche Fälle nicht unterstützen würden. Wenn die Käuferin sich nach über sechs Monaten meldet, wird sie abgewiesen.

Diese offene Sicherheitslücke bei Amazon wird von mehreren Personen aus zweifelhaften Kreisen ausgenutzt. Was mal bei eBay aus Russland bekannt war (Fall aus 2011), ist jetzt Mode in Südamerika geworden. Bisher habe ich selbst drei solcher Fälle erlebt und in keiner der Fälle habe ich gegen Amazon Erfolg gehabt. So habe ich mich entschieden, dort nicht mehr zu verkaufen.

Es ist interessant zu erwähnen, dass Amazon selbst sich das Recht vorbehält, verlorene Posten, die bei den Versandunternehmen abgegeben wurden, nicht zu ersetzen (Dies können Sie unter RISK OF LOSS nachlesen). Von den Händlern jedoch verlangt Amazon einen schriftlichen Nachweis.

Der Rechtsweg ist hier zu teuer. Amazon ist viel zu groß, um per Post erreicht zu werden. Da dies nicht möglich ist und die Käuferin nicht dort wohnt, wo der Einkauf getätigt wurde, übernimmt kein Inkassounternehmen diesen Fall. Ich habe ihn an die Sicherheitsabteilung des Konsulats weitergeleitet und hoffe bald etwas darüber berichten zu können.

Die Fehlentscheidungen von Amazon-Seller-Performance wachsen mehr und mehr und die Gegner von Amazon werden zahlreicher. In meiner Recherche fand ich auch die Seite http://www.amazonsuspension.com mit vielen interessanten Artikeln von anderen Opfern dieses Systems.

Ich beobachtete auch, dass seit Dezember der Aktienkurs von Amazon sinkt und in vier Monaten bereits mehr als 13 % gefallen ist. Ob dies ein Indiz der Reaktion des Marktes ist, bleibt abzuwarten.

Bedenken Sie, dass Verkäufe auf dieser Plattform für den Händler aktuell zu riskant geworden sind, und wenn man dort einkauft, unterstützt man ein System, das unseren europäischen Markt nicht fördert.

Schauen Sie mein Video an!

Haben Sie einen Fall, über den Sie berichten können? Schreiben Sie darüber. Ich würde es gerne lesen!

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