Selbständigkeit ist der Mut vor dem Fall des guten Profis

Wie der Traum der Selbstständigkeit in einem Albtraum auf einen Schuldenberg endet, und ihren ganzen privaten Vermögen von Anwälten, Steuerberater und Banken, zerlegt wird, kann ich nur gut berichten.

Sie machen einen bunten Geschäftsplan in eine Kalkulationstabelle und achten, dass die Zahlen für Kosten und Ausgaben alle stimmen.

Für die Bank muss alles möglichst niemals die rote Null erreichen. Dabei wird eine Bankkauffrau, ohne jegliche Felderfahrung, alles genau prüfen. Dabei wird diese den neuen Unternehmer zu einer unabhängigen Beratungsinstitution senden, die die Zahlen prüfen sollen, bevor sie sich entscheiden kann. Ohne Geldsicherheiten wird die Bank nichts geben. Darum für zwanzigtausend Euro Kredit, werden die Banken Sie vorschlagen, ein Sparkonto mit zwanzigtausend Euro vorzulegen.

Klingt komisch ist es aber so!

Für die Förderinstitutionen, wo Sie die unabhängige Beratung bekommen sollen, muss alles gut beschrieben werden. Dort wird der neue Unternehmer mit ein 28-Jährige konfrontiert, der auch keine Berufserfahrung hat, aber wohlwollende Sätze in einem Beratungstermin vorträgt. Dieser wird dann vorschlagen, dass der neue Unternehmer die Zahlen zuvor mit dem Steuerberater überprüft.

Ein Steuerberater wird Ihnen auch vom Finanzamt empfohlen. Dort wird die neue Praktikantin vorgestellt, die bestimmt die prognostizierten Zahlen dann in einem Kostenvoranschlag die nicht gebeten wurde, umgesetzt. Doch eine Unternehmensberatung werden Sie nicht bekommen und so gehen Sie zurück zur Bank und auf die Erklärung, dass Sie keine zwanzigtausend Euro für das Sparbuch haben, wird der Bankkaufmensch lächeln und sich kurz verabschieden müssen, da in Japan eine Kirsche auf dem See gefallen sei.

Sie müssen die Entschuldigung nicht verstehen, und auch nicht wieder anrufen. Sie werden dabei erfahren, wie Pestverseuchte sich im Mittelalter fühlten. Diese historische Erfahrung wird Ihnen jedoch helfen, meine Argumente zu verstehen.

Als Krönung dieser Szenarios bekommt der neue Gründer willkommen Briefe mit den Gebühren von Institutionen wie IHK, VG-Bild, VG-Wort, GEZ, Berufsverbände und andere, die nur den neuen Unternehmer das Beste wünschen, damit dieser alle Gebühren bezahlt werden können.

Ich bin selbstständig seit 1991. Meine Firmen wurden gegründet, geschlossen, verkauft oder aufgelöst in verschiedene Epochen meines Lebens. Doch die Probleme sind in alle Jahren die Gleiche und nach Meinen über zwanzig Jahre Erfahrung wurde ich in Deutschland niemals wieder empfehlen, einem Unternehmen zu gründen.

Wo fängt das Problem an?

Zu behaupten, dass das Finanzamt oder die Ämter der Stadt den neuen Gründer irgendeine Hilfe bieten wäre, gelogen. Das Finanzamt wird immer auf einen Steuerberater hinweisen und egal wie und was man fragt, man bekommt keine hilfreiche Antwort. Sicher ist, dass wenn man zu viel beim Finanzamt fragt, bekommt man am Ende eines Jahres eine Betriebsprüfung und dann können Sie das Unternehmen schließen.

Nun gehen Sie frohen Mutes zum Steuerberater. Die meisten Steuerberater kratzen (durch die steigende Konkurrenz) am Existenzrand, auch weil keiner Selbstständiger gerne dahin freiwillig geht. Sie sind teuer und sie verdienen ihrem Geld, ob das neue Unternehmen plus oder Minus macht. In den ersten zwei Jahren werden Sie erfahrungsgemäß nur Minus machen. Ein Steuerberater kann zwar hilfreich sein, aber nur wenn es um Steuerprobleme handelt.

Zwei Steuerberater haben zwei meine früheren Unternehmen absolut ruiniert, wobei beide gut bezahlt wurden. Eine von einem Münchener Steuerberater löste absichtlich eine Steuerprüfung aus, und bescherte mir mehr als Neuntausendeurokosten auf einem Schlag. Rein rechnerisch gesehen, wozu sollte dann der Steuerberater dann ordentlich für mich arbeiten, um nur eintausendneunhundert Euro pro Jahr zu verdienen? Vor allem, dieser Interessenskonflikt wird vom Gesetzgeber nicht berücksichtigt und der Unternehmer wird verdammt das zu bezahlen, oder vor das Insolvenzgericht seine Seele zu verkaufen.

Wir sind hier live kurz vor der Eröffnung

Marketing, Kundenakquise und Budgetplanung sind nicht mit den oben beschriebenen Profis nicht zu diskutieren.

Anwälte werden den neuen Gründer mit fabelhaften Begründungen erläutern, warum das Unternehmen Verträge, AGBs und sonstige Vorkehrungen für je nie weniger als Zweitausendeuro bezahlen muss. Sie werden Sicherheitsvorkehrungen in horrende Szenarien beschreiben, und den neuen Gründer beängstigen, bis dieser ein Obolus leistet. Tatsache ist, dass diese bereits vor der beendeten Ansprache, vorformulierte Entschuldigungen für Fehlleistungen besitzen, die nur auf die Sendetaste warten.

Anwälte werden, ob Pro oder Contra, immer Ihre Geld mitnehmen. Ich muss sogar ausdrücklich schreiben, dass ich keine Rechtsberatung gebe, damit nicht ein Anwalt mir vor der Tür antanzt und mir um Geld bietet.

Anwälte sind in Deutschland ein Widerspruch gegen ein liberales System. Wir haben die Macht der Regierung über den Bürger zwar geschwächt, aber die Anwälte so viel Macht gegeben, dass diese auch zu einer Gefahr für den neuen Gründer sein können. Bedenken Sie, ein Anwalt haftet niemals für Fehler. Sie besitzen die besten Entschuldigungen und Justiz muss nicht gerecht sein!

Ohne einem Cent verdient zu haben, gehen an Steuerberater, Anwälte und sonstige Institutionen mehr als achttausend Euro bereits bei der Gründung, sogar von einem kleinen Secondhandshop.

Bereits der Aufwand für Buchhaltung, Dokumentation, Genehmigungen und Meldungen an alle Beteiligten kosten Ihnen vier Arbeitstagen im Monat bei einem sehr einfachen Geschäft.

Und wer ruft Ihnen zuerst an?

Das Arbeitsamt wird Jobvermittlern zu Ihnen senden und somit fängt der Aufwand zu steigern und Ihre Aussichten auf Einnahmen und neue Kunden sinken. Während der Einzelunternehmer gegen den Strom schwimmt, kann diese/r keine Akquise machen. Die Suche nach Kunden wird dann Marketing oder Vertriebs- Agenturen überlassen.

Die Frage nach Erfahrung bei Marketing und Vertriebsagenturen wird immer gestellt und erstaunlicherweise, jeder hat viel Erfahrung und jeder kann alles bestens, doch keiner übernimmt irgendein Risiko. Nun geht noch mehr vom Anfangskapital hier weg und selten ist das Ergebnis positiv.

Nach einem Jahr und viele Ausgaben mit vielen Branchen und Versprechungen werden Sie feststellen, dass wahrlich Ihr Kapital verschwunden ist und der letzte Rest signalisiert der finalen Probleme.

Doch bevor Sie ganz Ihren letztes Geld ausgeben, kommt eine Abmahnung von einer Anwaltskanzlei, der Geld braucht. Sie müssen nicht viel machen, aber um die vierhundert Euro sind Sie los und vor Gericht werden Sie keine Chance haben.

Als Frau Leutheusser-Schnarrenberger noch Justizministerin war, wollte sie die Abmahnungen in Deutschland einschränken. Damals kam eine einfallsreiche Dame, und andere auf die Idee deutschlandweit Abmahnungen an eBay-Shops und sonstige Plattformen zu senden.

Doch der Lobby der Rechtsanwälte in der Politik war dagegen. Warum denn?

Mein Fazit

Solang wir keine Sicherheit gegen einen Rechtsmissbrauch durch Anwälte haben, sind wir Freiwild zu Abschuss freigegeben.

Wenn Steuerberater bei einer Steuerprüfung mehr Geld verdienen, als bei der ordentlichen Steuererklärung, ist es diese zu beauftragen etwas sinnlos.

Wenn leistungslosen Institutionen Gebühren verlangen dürfen ungeachtet, ob ein Unternehmen Gewinn oder Verlust macht, dann ist es ein Unternehmen in Deutschland zu gründen mehr Risiko, als ein Mensch allein tragen kann.

Uns bleibt nur zu hoffen, dass Politikern über diese Realität darüber nachdenken und den neuen kleinen Unternehmer den passenden Schutz und Möglichkeiten für das Wachstum und Stabilisierung auf dem Markt bieten.

Haben Sie Erfahrungen oder Fragen, die Sie diskutieren möchten? Schreiben Sie mich an. Ich biete nicht die beste Grammatik, aber die umfangreichste Erfahrung.

Schreibe einen Kommentar